Comeback und Höhepunkt

Kommerziell war Elvis in den 60er-Jahren sehr erfolgreich. Anders als viele andere Größen des Rock ’n’ Roll, die von der Beat-Welle geradezu aus den Charts gespült worden waren, lieferte der King Hit um Hit, seine Filme wurden besucht, seine Platten gekauft. Aber er suchte nach künstlerischer Befriedigung. Er traf sich hermetisch abgeschirmt mit den Beatles, nahm ein Gospel-Album auf und beauftragte seinen umtriebigen Manager Colonel Tom Parker, eine große Comeback-Show zu organisieren: Anstelle des Sonnyboys aus Filmen und Schnulzensängers wollte der King of Rock ’n’ Roll wieder ins Rampenlicht.

Der King ist wieder da

Und wie er das tat! Das ’68 Comeback-Special, das im Fernsehen übertragen wurde, sorgte für Begeisterung. In hautengem, schwarzem Leder zeigte Elvis, dass die Jahre ihm nichts hatten anhaben können. Seine gereifte Stimme, wenn auch von einer leichten Erkältung etwas beeinträchtigt, verliehen den alten Hits eine zusätzliche Stimmgewalt. Zudem überzeugte er ebenso als humorvoller, selbstironischer und unterhaltsamer Entertainer ebenso wie als grandioser Musiker. Elvis war wieder da!

Alle lieben Elvis

Bevor er seine nahezu ununterbrochene Tournee mit 1.100 Konzerten von 1969 bis 1977 antreten sollte, nahm er in Memphis zahlreiche neue Songs auf, unter ihnen mit In the Ghetto und Suspicious Minds die größten Hits seiner späteren Schaffensphase. Der legendäre Höhepunkt dieser Phase war ohne Zweifel das weltweit live über Satellit übertragene Konzert Aloha from Hawaii im Januar 1973 in Honolulu. Auch wenn es natürlich eine clevere Marketing-Idee war, so traf es trotzdem den Kern der Realität: Zum Ende des grandiosen Konzertes konnte man im Bühnenhintergrund in allen bedeutenden Sprachen der Menschheit lesen „Wir lieben Elvis!“

Jeder kannte Elvis, jeder liebte Elvis, dessen Popularität, aber auch Lebensumstände längst schon nicht mehr mit menschlichen Maßstäben zu erfassen waren. Die Sonnenbrille, die Frisur, der einteilige weiße Jumpsuit mit glitzernden Applikationen begannen sich zu verselbstständigen. Und trotzdem lieferte er Abend für Abend, Konzert für Konzert musikalische Höchstleistungen ab, gönnte sich keine Pausen und wollte nie auch nur einen einzigen Zuschauer enttäuschen.