Gipfel und Veränderungen

Die neue Zusammenarbeit in den RCA Studios in Nashville trug bereits 1956 musikalische Früchte. Mit Heartbreak Hotel, Hound Dog und Don’t be cruel entstanden damalige Chartbreaker und zugleich Klassiker der Musikgeschichte, denen in der Folgezeit ein Hit nach dem anderen folgte. Wenn der Name Elvis darauf stand, war Qualität gewährleistet und Erfolge garantiert.

Elvis als Wurzel allen Übels

Die offensichtlichen sexuellen Anspielungen bei seinen Live-Auftritten in Form der ruckartigen und kreisenden Hüftbewegungen, die ihm auch den Beinamen Elvis, the Pelvis (=das Becken) bescherten, sorgten in der prüden Welt der 50er-Jahre für einen Skandal. Elvis wurde endgültig die Symbolfigur für alles, was die ältere Generation ablehnte – und die jüngere begeisterte. Schon jetzt war Elvis mehr als nur ein Sänger und Musiker.

Diese Begeisterung und diese Zugkraft des Namens „Elvis“, die längst schon über den Ozean nach Europa geschwappt war, blieben auch der Filmindustrie nicht verborgen. Es entstanden sehr erfolgreiche Streifen wie Love me tender“ und das legendäre Jailhouse Rock.

Militärzeit in Deutschland

Seine Rolle als Personifikation aller moralischer Verwerflichkeit begann sich nun auch zu wandeln: 1957 erhielt er seine Einberufung zum Wehrdienst, verzichtete auf jegliche Sonderbehandlung und verrichtete als ganz normaler G. I. zunächst in Texas und anschließend in der Kaserne Friedberg der 3. US-Panzerdivision seinen Dienst. Das wurde allgemein gut aufgenommen. Zumal er sich hervorragend einfügte, bei allen Kameraden sehr beliebt war und die Armee 1960 im Rang eines Sergeanten verließ.

Aber die Zeit hatte sich verändert. Der harte Rock ‘n’ Roll hatte an Popularität verloren, Elvis öffnete sich anderen Stilrichtungen – ohne dabei seine Genialität einzubüßen. Ob Stuck on you, Fever oder Are you lonesome tonight: Der King wusste auch in softeren Gefilden zu überzeugen. Auch seine Filme waren erfolgreich. Allerdings nur die simplen Musikkomödien, die lediglich Kulisse für neue Songs des Kings waren. Anspruchsvollere Titel wie Wild in the Country, in denen Elvis als ernsthafter Schauspieler zu überzeugen wusste, floppten.

Bei Elvis wuchs die Unzufriedenheit, er fühlte sich in einer künstlerischen Sackgasse.